Wieso sind Flugzeugfenster eigentlich nicht eckig?

Eure Kinderfrage des Monats September (2017)
Laura, 11 Jahre, aus Gießen


Den meisten von uns ist beim Blick aus dem Flugzeugfenster dessen Form ziemlich egal, was zählt, ist der Ausblick!
Aber auch hinter der rundlichen Form steckt – wie bei allem an einem Flugzeug – ein wichtiger Sinn!

Tatsächlich gab es in Fliegern früher rechteckige Fenster. Durch die Einführung von Düsentriebwerken und Druckkabinen war es Flugzeugen aber plötzlich möglich, viel höher zu fliegen. Das war gleich aus mehreren Gründen sinnvoll:
1. Je höher das Flugzeug fliegt, desto dünner ist die Luft und desto niedriger ist der Luftdruck. Das heißt, das Flugzeug ist einem geringeren Widerstand ausgesetzt und benötigt weniger Treibstoff.
2. Für den Passagier hat Fliegen in größeren Höhen zudem den Vorteil eines angenehmeren Flugs, da es weiter oben weniger Turbulenzen gibt.

Um diesen neuen Druckverhältnissen gerecht zu werden, wurden viele Anpassungen an den Flugzeugen vorgenommen. Doch ein Detail wurde nicht direkt geändert, und erst nach ein paar schlimmen Unfällen in den 50er-Jahren war klar: Auch die Form der Fenster muss verändert werden!

Aber wieso ist die Form so wichtig?

In Reiseflughöhe (meist um 10.000 Meter) ist der Luftdruck viel zu niedrig für uns Passagiere, deshalb wird der Druck in der Kabine künstlich erhöht. Ganz einfach gesagt: Je höher man fliegt, desto größer ist der Druckunterschied zwischen drinnen und draußen.
Rechteckige Fenster bzw. ganz konkret die Ecken würden die wirkenden Kräfte nicht ohne Weiteres „vorbeifließen“ lassen, sondern für eine Verstärkung dieser Kräfte auf das Flugzeuggehäuse sorgen.
Um diese Gefahr auszuschließen, sind Flugzeugfenster schon seit vielen Jahrzehnten rund.