Mit Lu und Cosmo um die Welt

Hongkong – eine Stadt der Gegensätze

Heute reisen Lu und Cosmo mit Lufthansa an die chinesische Südküste, genauer gesagt nach Hongkong.

„Puh, das war aber ein langer Flug“, gähnt Lu beim Aussteigen.
„Ja, stimmt, aber zum Glück haben wir viel geschlafen! So können wir gleich anfangen, Hongkong zu besichtigen“, sagt Cosmo aufgeregt. Der kleine Kranich hat ja schon so viel über die Weltstadt gehört und kann es kaum erwarten, mit seinem besten Freund Lu auf Entdeckungstour zu gehen!
„Klingt gut“, lächelt Lu. „Aber lass uns erst einmal die Koffer ins Hotel bringen und dann etwas essen.“

„Oh ja, chinesisches Essen ist superlecker“, freut sich Cosmo und reibt seinen Bauch.

„In diesem Restaurant gibt es Dim Sum“, stellt Lu fest, als die beiden aus dem Hotel kommen. „Ich habe gehört, das muss man unbedingt probieren.“


Cosmo ist sofort einverstanden, und so schlemmen die beiden Kraniche kurz darauf kleine Teigtaschen, die auf ganz unterschiedliche Arten gefüllt und zubereitet sind.
„Hier steht, dass Dim Sum ,Kleine Köstlichkeiten, die das Herz berühren‘ heißt“, liest Lu aus seinem Reiseführer vor.
„Mmmh, köstlich sind die wirklich!“, schwärmt Cosmo mit vollem Schnabel.

Nach dem Essen wollen die beiden Freunde als Erstes auf den Victoria Peak, den bekanntesten Berg der Stadt. Sie steigen in die Peak Tram, die Drahtseilbahn, und fahren mit ihr steil in die Höhe.

„Wow, wir sind ja schon total weit oben! Und überall sind Wolkenkratzer!“, staunt Cosmo. Er blickt aus dem Fenster der Tram und bekommt seinen Schnabel kaum wieder zu.
Und oben angekommen bietet sich ihm und Lu ein noch atemberaubenderer Ausblick über Hongkong.
„Im Reiseführer habe ich gelesen, dass Hongkong eine Stadt der Gegensätze ist. Zum Beispiel wohnen zwar wahnsinnig viele Menschen darin – über sieben Millionen –, aber trotzdem ist durch unzählige Parks auch sehr viel Natur vorhanden“, erklärt Lu.
„Stimmt. Es wimmelt zwar von riesigen Hochhäusern, aber es gibt trotzdem ganz viel Grün dazwischen!“, stellt Cosmo fest. Dann denkt er nach. „Es ist auch ein Gegensatz, dass hier überall Hügel und Berge sind, während dort unten der riesige Victoria-Hafen und massenweise Wasser sind, oder?“
„Ja, ganz genau! Hongkong hat viel bergige Landschaft, aber auch 263 Inseln“, nickt Lu.


„Sooo viele?“, wundert sich Cosmo.
„Ja, manche sind sehr groß, aber es gibt auch viele kleine. Dort kann man auch immer noch einsame Strände und kleine, traditionelle Fischerdörfer finden. Ein weiterer Gegensatz“, erläutert Lu.

Nach diesem beeindruckenden Start überlegen die beiden Kraniche, was sie als Nächstes tun wollen.
„Wir könnten shoppen gehen. Dafür ist die Hightech-Stadt Hongkong berühmt“, denkt Lu laut nach. „Aber eigentlich finde ich die über 600 religiösen Stätten viel spannender. Noch so ein Gegensatz übrigens.“
„Die willst du aber hoffentlich nicht alle anschauen, oder?“, reißt Cosmo die Augen so weit auf, dass Lu herzlich lachen muss. „Nein, nein, keine Angst.“
Die Freunde beschließen, den Tempel der zehntausend Buddhas zu besichtigen, den berühmtesten buddhistischen Tempel Hongkongs.
„Sind das wirklich zehntausend?“, staunt Cosmo, als er die vielen kleinen Buddha-Statuen sieht, welche die Wände des prächtigen Tempels schmücken.

„Sogar noch mehr – etwa 12.800 Stück! Sie wurden alle von Gläubigen gespendet, und zwölf Handwerker haben zehn Jahre lang an ihnen gearbeitet!“, liest Lu aus seinem Reiseführer vor. „Wenn du allerdings einen richtig großen Buddha sehen willst, müssen wir auf die Insel Lantau fahren. Dort sitzt der 34 Meter hohe Tian Tan Buddha auf einer Bergspitze.“
„Der ist ja selbst so groß wie ein Wolkenkratzer“, kratzt sich der kleine Cosmo am Kopf.
„Ja, stimmt, aber das müssen wir auf morgen verschieben. Ich bin langsam ganz schön müde“, gähnt Lu schon wieder.

„Dann haben wir die nächsten Tage aber noch ziemlich viel anzuschauen. Ich will unbedingt mit einem alten Boot der ,Star Ferry‘ fahren“, sagt Cosmo, als die beiden es sich in ihrem Hotelbett gemütlich machen.
„Na klar nehmen wir so eins. Die pendeln ja schließlich schon seit 1888 durch den Victoria-Hafen!“, nickt Lu. „Ich würde außerdem gern die allabendliche Symphony of Lights, die Licht- und Klangshow im Victoria-Hafen, sehen. Die muss gigantisch sein! Und den alten Uhrenturm, den Clock Tower. Und natürlich das leckere Streetfood, also das Straßenessen auf einem der vielen Nachtmärkte probieren. Und …“

„Au ja!“, flüstert Cosmo mit schweren Augen. „Das wird toll …“
„Schlaf gut, lieber Cosmo“, lächelt Lu, aber da hört er von seinem Freund schon nur noch ein ganz leises Schnarchen.