Mit Lu und Cosmo um die Welt

Miami – Auge in Auge mit den Alligatoren

Vor einigen Stunden sind Lu und Cosmo in Miami gelandet. Die Sonne blendet, Lu trägt eine coole Sonnenbrille und ein schickes Hawaiihemd. So kleidet man sich in Miami, zumindest hat Lu das in einem Film gesehen. Miami ist eine Stadt im amerikanischen Bundesstaat Florida und liegt direkt am Atlantischen Ozean.

Als die beiden Kraniche am Eingang des bekannten Miami Seaquariums ankommen, bemerken sie, dass das Aquarium ausgerechnet heute wegen eines Betriebsausflugs geschlossen ist. „Oh nein! Die Orcas machen einen Ausflug?!“
„Hihi, ihr seid ja lustige Vögel!“, ruft plötzlich eine schrille Piepsstimme aus dem Hintergrund. Lu und Cosmo drehen sich um und stehen einem Flamingo gegenüber. „Na, und du bist ein ganz schön pinker Vogel. Hast du auch einen Namen?“, erwidern die beiden überrascht. „Na klaro, ich bin Don und so was wie der Oberalleswisser von Miami. Heute machen die Trainer vom Aquarium einen Ausflug – und natürlich nicht die Orcas, ihr Scherzkekse.“

„Ach, so ist das! Hallo, ich bin Lu und das ist mein Freund Cosmo. Ja, aber was machen wir denn jetzt?“
„Na, wenn ihr mögt, zeige ich euch mehr von der Stadt!“
„Gerne!“
„Lasst uns doch erst mal an den Strand und eine Runde baden gehen.“

Nachdem Lu, Cosmo und ihr neuer Freund Don eine Weile den berühmten Ocean Drive entlanggeschlendert sind und das wohl größte Eis der Welt gegessen haben, stürzen sie sich in die türkis schimmernden Wellen am Strand von South Beach.


Prustend ruft Lu zu Don herüber: „Du, wohnst du etwa in einem dieser bunten Häuser auf Stelzen dort am Strand? Die sehen ja besonders schön aus!“ „Nein, das sind die Häuser der Lifeguards, unserer Bademeister hier am Strand. Wenn sie Dienst haben, können sie von dort oben den ganzen Strand überwachen. Und die Flaggen, die sie hissen, sagen uns, ob wir ins Wasser dürfen oder nicht. Gerade weht die gelbe Flagge, es gibt also einen leichten Wellengang und es ist noch okay zu baden. Bei der violetten Flagge warnen uns die Lifeguards vor gefährlichen Meeresbewohnern …!“

„Wow! Krokodile zum Beispiel?“, fragt Cosmo begeistert. „Nein, Krokodile werden sich eher nicht hierher verirren. Auch wenn sie im Gegensatz zu Alligatoren Salzwasser mögen. Nee, Tiere wie Haie oder ganz fiese Quallen meine ich“, erklärt Don. „Schade, ich würde ja gerne mal ein Krokodil treffen!“, sagt Cosmo enttäuscht und Lu nickt zustimmend. „Na, dann! Lasst uns losziehen. Auf in die Everglades! Das ist ein tropisches Sumpfgebiet in dem ganz viele geschützte Tiere leben und im Wasser wächst so viel Gras, dass man erst bei genauerem Hinsehen erkennt, dass eigentlich überall Wasser ist und man dort nur mit dem Boot vorwärts kommt. Dort gibt es auch Krokodile.“

Die drei packen ihre sieben Badesachen ein und steigen in einen roten Doppeldeckerbus an der Strandpromenade. Kurz darauf sind Lu und Cosmo erneut total von den Socken: „Wow, schaut doch mal, schon wieder ganz viele bunte Häuser, so bunt wie Bonbons! Mit Leuchtschriften und Mustern und … so kunstvoll!“

„Kunst, ja! Das ist es irgendwie auch“, bestätigt Don, „das ist das Art Deco District von Miami. Hier gibt es fast 1.000 Gebäude, die in diesem besonderen Stil gebaut wurden. Sie sind denkmalgeschützt und dienen oft als Hotels.“ „Es ist schön, wenn eine Stadt so bunt ist wie Miami. So sollte das immer sein!“, schwärmen Lu und Cosmo begeistert, und Don ergänzt: „Ja und deswegen passe ich auch so super nach Miami – ich bin schließlich auch ein bunter Vogel.“


Angekommen am Bootsanleger steigen die drei Reisefreunde vom Bus in ein Boot, wie es die beiden Kraniche so noch nie zuvor gesehen haben. „Gleich werdet ihr Augen machen, Lu und Cosmo! Das Boot geht ab wie ein Flieger! Es hat sogar einen Propeller und heißt deswegen auch Propellerboot. Habt ihr eure Schwimmweste an?“ „Aye, Aye, Käpt’n. Ab zu den Krokos!“, rufen Lu und Cosmo mutig wie aus einem Mund.

Los geht die rasante Fahrt. Der Fahrer drückt ordentlich auf die Tube, das Boot zischt pfeilschnell über die Wasserstraße, und bei jeder Kurve johlen Lu, Cosmo und Don um die Wette. Die drei entdecken wunderschöne Vögel wie Ibisse, Pelikane und Kormorane. Und sogar die Flamingofamilie von Don. Sie winkt ihnen fröhlich zu.
„Ich liebe meine Familie“, erzählt Don, „aber dieses Leben hier draußen ist mir einfach zu öde. Ich bin einfach ein echter Stadtvogel!“
„Wer wohnt denn sonst noch so in den Everglades?“
„Na, alle möglichen Tiere, zum Beispiel Waschbären, Schwarzbären, Schlangen, Seekühe, Schildkröten, Spinnen … und sogar Pumas!“, erklärt Don.

„Aber wo sind bloß die Krokodile und Alligatoren?“
„Also, die sind eher scheu, und man muss schon etwas Geduld haben, um sie zu entdecken. Oh, schaut mal …!“, sagt Don nun ganz geheimnisvoll. Der Fahrer des Bootes fährt nun im Schneckentempo. Nur einige Meter entfernt vom Boot streckt ein Alligator seine lange Schnauze aus dem Wasser und schaut mit blitzenden Augen in ihre Richtung. „Cool! Ich glaube, er sagt uns gerade Hallo!“, flüstert Lu Cosmo und Don zu. „Mmh, ich glaube eher, er sagt so etwas wie: Fahrt jetzt besser mal weiter“, schmunzelt Don. Lu seufzt: „Oh schade, dabei würde ich ihn wirklich gerne mal streicheln.“ „Okay, mein Freund“, sagt Don, „das kriegen wir hin!“


Kurze Zeit später finden sie sich auf einer Alligatorenfarm wieder, und Lu streichelt tatsächlich einen echten Alligator. Er strahlt: „Oh, ist das cool! Ich fühle mich wie ein echter Alligatorenbezwinger!“ „Na. Also ehrlich gesagt, hast du da eher ein echtes Baby auf dem Arm“, sagt Don und Cosmo muss laut loslachen. „Das ist schon okay“, lacht nun auch Lu, „vor einem ausgewachsenen Alligator oder sogar einem Krokodil hätte ich ehrlich gesagt eh viel zu viel Bammel. Dann lieber einen ausgewachsenen Flamingo als Freund!“ Die drei schlagen High-five-mäßig ihre Hände in der Luft zusammen, und Don trällert: „Das finde ich auch! Auf eine weiterhin gute Zeit hier und: Welcome to Miami!“