Shanghai

Shanghai

Jonas H., 17 Jahre
Art der Reise: Geschäftsreise des Vaters
Reiseziel: Shanghai (China)
Einwohner: 24 Mio.
Dauer: 2 Wochen

Jonas, nach Shanghai reist man ja nicht alle Tage. Wie kam es denn dazu?
Jonas: Mein Vater musste geschäftlich für zwei Wochen dorthin, und irgendwie hatte er plötzlich die Idee, dass ich doch mitkommen könnte, weil ich Ferien hatte. Er meinte, er würde dort auch öfter mal freihaben. Und dass ich ja den Rest der Zeit auch mal was alleine unternehmen könnte. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen.

Und wie sahen dann vor Ort deine Tage aus?
Jonas: Am Anfang hatte ich ein bisschen mit dem Jetlag zu kämpfen. Außerdem fand ich es noch zu krass, in der riesigen, megavollen Stadt alleine unterwegs zu sein. Deshalb hab ich in den ersten Tagen voll viel geschlafen und bin nur mit meinem Vater weiter vom Hotel weg. Als ich dann aber ein bisschen verstanden hatte, wie das komplizierte Netz aus Metro, U-Bahn, Straßenbahn etc. funktioniert, bin ich auch alleine losgezogen. Das war ziemlich aufregend! Aber zum Glück hatte ich mein Handy mit GPS immer dabei!

Was habt ihr euch bzw. hast du dir denn angesehen?
Jonas: Wir sind zusammen in mehrere buddhistische Tempel gegangen, die auch richtig toll waren mit ihren kleinen Details, den großen Buddhastatuen und den Opfergaben und Räucherstäbchen überall. Ist eh spannend, zu sehen, dass da immer Gläubige beim Beten sind, obwohl die Touristen um sie herumstapfen. Außerdem sind wir natürlich auf den Shanghai Tower gefahren – das zweithöchste Gebäude der Welt! Shanghai von da oben zu sehen war schon echt cool! Und wir haben eine Bootsfahrt auf dem Huangpu gemacht, sind auf Nachtmärkte gegangen und auch mal zusammen in die Bar auf dem zweitgrößten Gebäude Shanghais, dem Shanghai World Financial Center.

Alleine bin ich viel herumgelaufen, zum Beispiel am Ufer des Huangpu, von wo man einen tollen Blick auf die Skyline hat, und in der Altstadt. Ich hab Pagoden und tolle Gärten gesehen und mir mal die krassen Einkaufsstraßen angeguckt. Wow, so ähnlich stelle ich mir New York vor!



Aber noch cooler fand ich, zu sehen, wie sich die Chinesen einfach überall in so Gruppen treffen und irgendwas tun. Die machen Aerobic oder Fächertänze oder so Wasser-Kalligrafie auf dem Asphalt. Oder sie machen zusammen so eine Art Rollschuh-Disco oder Tangotanzen oder singen im Park im Chor. Bei uns würde das alles in irgendwelchen Räumen stattfinden, aber hier ist es in der Öffentlichkeit.
Das fand ich echt spannend, auch weil es immer was zu sehen gibt!


Was fandst du insgesamt am beeindruckendsten?
Jonas: Puh, wo soll ich da anfangen? Der Shanghai Tower war schon super. Der Yuyuan Garden und der Jing’an-Tempel auch. Aber eigentlich die ganze Stadt. Es ist, wenn man nur Europa gewohnt ist, völlig unvorstellbar, wie riesig so eine asiatische Metropole ist. Alles ist vollgequetscht – ich hab zum Beispiel noch nie so volle U-Bahnen erlebt! Und vieles funktioniert ganz anders. Gegessen wird zum Beispiel total oft an so Ministänden an der Straße.



Streetfood nennt sich das und ist megagünstig, aber trotzdem total lecker. Überhaupt war das Essen toll! Und so ein chinesischer Nachtmarkt ist auch ein cooles Erlebnis! Dort gibt es alles zu kaufen, von Klamotten bis hin zu Souvenirs und natürlich ganz viel Essen – übrigens auch so typisch eklige Sachen wie noch zappelnde Miniskorpione am Spieß und frittierte Maden und Heuschrecken und so was alles.
Echt krass – auch wenn ich glaube, dass das hauptsächlich für die Touristen ist!

Hast du so etwas auch probiert?
Jonas: Nee, ich fand den Geruch auf dem Nachtmarkt nach altem Fett zu eklig. Und das Viech dann vom Spieß abzubeißen … nee, das war mir echt ’ne Spur zu hart! Aber auch wenn es eklig war; das alles mal zu sehen war schon richtig cool!

Gibt es auch etwas, das dir weniger gut gefallen hat?
Jonas: Also mit Chinesen zu reden ist nahezu unmöglich. Die meisten können gar kein Englisch. Preise werden zum Beispiel verhandelt, indem man Zahlen in einen Taschenrechner eingibt. Und wenn ich versucht habe, mit Händen und Füßen etwas zu erklären, haben sie mich immer nur ratlos angesehen. Manchmal haben sie dann versucht, ihre Schriftzeichen ganz besonders langsam aufzumalen, damit ich jeden Strich einzeln sehe. Aber das hat mir natürlich trotzdem gar nichts gesagt. Mein Vater hat mir erklärt, dass die chinesische Kultur und die deutsche oder westliche in der Kommunikation extrem unterschiedlich sind. Schade, das macht alles natürlich total schwer – also, sich kennenzulernen oder auch einfach mal was zu fragen, nach dem Weg, zum Beispiel.



Wenn du noch mal entscheiden könntest, würdest du dann wieder mit deinem Vater mitfliegen?
Jonas: Klar, auf jeden Fall! Das war schon ein cooles Erlebnis, mal mit ihm alleine wegzufahren. Und so eine asiatische Riesenstadt zu erleben ist eh unfassbar spannend! Da sieht man so viel, was so komplett anders ist als bei uns! Echt beeindruckend!