Santiago de Compostela

Santiago de Compostela

Der Jakobsweg führt jedes Jahr mehr Pilger in die spanische Stadt, aber nicht nur der Weg ist das Ziel!



Gut zu wissen

Jedes Jahr zieht es mehr Reisende in die mit rund 96.000 Einwohnern doch recht überschaubare spanische Stadt Santiago de Compostela. Warum eigentlich?
Das liegt vor allem daran, dass die Hauptstadt Galiciens im äußersten Nordwesten Spaniens in ihrer Kathedrale das angebliche Grab des Apostels Jakobus beherbergt und aus diesem Grund das Ziel des Jakobswegs darstellt. Somit ist sie nach Rom und Jerusalem der wichtigste christliche Wallfahrtsort.

Was eher angestaubt und langweilig klingt, ist schon seit mehreren Jahren auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zunehmend hip!
Jedes Jahr wagen mehr Menschen (darunter auch einige Promis) das außergewöhnliche Abenteuer des Jakobswegs, der auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Aus religiösen, spirituellen oder auch völlig anderen Gründen wandern sie die gesamte oder ein Teilstück der in ihrer klassischen Form knapp 800 Kilometer langen Pilgerroute von den französischen Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela.

Der Jakobsweg


So stieg die jährliche Zahl der Pilger auf dem Camino de Santiago, wie der Jakobsweg auf Spanisch heißt, von nur einigen Hundert in den 1980ern stetig an bis auf fast 280.000 in 2016. Davon waren über ein Viertel unter 30 Jahre alt.

Übrigens kann jeder den Startpunkt für seinen Jakobsweg selbst bestimmen. Die Galicier sagen „El camino comienza en tu casa.“ (Der Weg beginnt in deinem Haus.)

Wer allerdings in den preisgünstigen Pilgerherbergen in Santiago de Compostela übernachten will, muss durch Stempel in seinem Pilgerausweis nachweisen, dass er mindestens die letzten 100 Kilometer der Strecke zu Fuß (oder die letzten 200 Kilometer per Pferd oder Fahrrad) zurückgelegt hat. Dafür gibt’s dann außerdem eine Pilgerurkunde, die Compostela.

Kleine Besonderheiten

Aber nicht nur der Weg ist das Ziel – Santiago de Compostela selbst hat auch viel zu bieten! Allem voran die überaus prächtige, im Jahr 1120 fertiggestellte Kathedrale, in der auch das angebliche Grab des Apostels Jakobus, des Schutzpatrons Spaniens, zu finden ist. Wenn du vielleicht in deinem Portemonnaie eine Ein-, Zwei- oder Fünf-Cent-Münze hast, kannst du die Kathedrale auch vor deiner Reise schon einmal bestaunen!



In der Kathedrale selbst ist es ein besonders aufregendes Erlebnis, den Botafumeiro während eines Gottesdienstes schwingen zu sehen. Das riesige Weihrauchfass gehört mit seinen etwa 1,60 Meter und 54 Kilogramm Gewicht zu den größten seiner Art. Acht Männer sind nötig, um den Botafumeiro an seinem 66 Meter langen Seil mit knapp 70 Kilometern pro Stunde durch das Querschiff zu schwingen – von knapp über dem Boden bis hoch unter die Decke – ziemlich atemberaubend!

Von der Kathedrale aus blickt man über den Praza do Obradoiro, den wichtigsten Platz der Altstadt. An diesen grenzen unter anderem das Hospital de los Reyes Católicos (deutsch: Hospital der katholischen Könige) an.
Wenn du vor 1958 als Pilger nach Santiago gekommen wärst, hättest du dich und deine vielen Blasen und Blessuren in dieser edelsten aller Pilgerherbergen versorgen können. Leider übersteigen die Preise des heute in dem wunderschönen Gebäude untergebrachten Fünf-Sterne-Hotels das Budget der meisten Pilger.

Kunst und Kultur

Am Praza do Obradoiro findest du außerdem den Sitz des galicischen Präsidenten und den Bischofspalast. Aber auch der Rest der vor über tausend Jahren erbauten Altstadt lädt zum Entdecken historischer Gassen, Kirchen, Plätze, Brunnen und Denkmäler ein. Das Kloster San Martín Pinario ist ebenfalls definitiv einen Besuch wert.

Und wenn du eine Pause brauchst von geschichtlichen Stätten und den zahlreichen Museen Santiagos, dann sei dir der Mirador Parque da Alameda ans Herz gelegt. Der wunderschöne Park ist ideal zum Entspannen und bietet noch dazu einen wunderschönen Blick über die Altstadt.

Landestypische Leckereien

Macht sich nach ein bisschen Erholung dann der Hunger breit, kannst du vom Praza do Obradoiro aus die belebteste Straße Santiagos, die Rúa do Franco, erkunden. Hier finden sich neben Souvenirläden auch zahlreiche Restaurants mit galicischen Spezialitäten. Vor allem Fisch und Meeresfrüchte aller nur erdenklichen Art stehen auf der Speisekarte. Unbedingt probieren solltest du den Pulpo (Oktopus) und die Vieiras (Jakobsmuscheln)!
Zum Nachtisch besonders empfehlenswert ist die Tarta de Santiago, die Mandeltorte eigens aus Santiago de Compostela – ein absoluter Genuss!

Shopping Time

Rund um die Rúa do Franco, aber auch beispielsweise um die Rúa do Vilar laden unzählige Läden, Juweliere, Souvenirverkäufer, Kunsthandwerksgeschäfte und -werkstätten zum Schlendern ein. Es gibt kleine Straßenmärkte, große Warenhäuser und alles vom traditionellen Geschäft bis hin zur modernen Markenboutique, vom typischen Regionalprodukt bis hin zu den neuesten Design- und Modetrends. Beim Shopping merkt man Santiago seine lange Handelstradition wahrlich an, und auch du kommst garantiert auf deine Kosten!