Flugzeugreiniger/-in

Flugzeugreiniger/-in

Handarbeit für mehr Aerodynamik und Umweltfreundlichkeit

Bis zu 500 Arbeitsstunden kostet es, die Außenhülle eines Jumbojets einmal von oben bis unten zu reinigen. Das bedeutet, dass die Flugzeugreiniger-Teams, die aus 15 bis 20 Personen bestehen, 25 Stunden schrubben, putzen und polieren, bis das Flugzeug wieder abheben kann.
Zum Glück muss die Außenhülle eines Flugzeugs aber nicht wie das Kabineninnere nach jedem Flug gesäubert werden, sondern nur etwa zweimal im Jahr. Das ist natürlich gut für die Fluggesellschaften, denn während der sogenannten Bodenzeiten des Flugzeugs kann mit diesem kein Geld verdient werden.

Umweltfreundlichkeit rechnet sich

Saubere Flugzeuge sind nicht nur repräsentativere Aushängeschilder für die Fluggesellschaften. Ohne Schmutz verfügen die Maschinen über eine bessere Aerodynamik (einen geringeren Luftwiderstand). Dadurch verbrauchen sie weniger Treibstoff und sind dementsprechend deutlich umweltfreundlicher.

Früher wurden alle Flugzeuge mit viel Schaum und Unmengen Wasser gewaschen. Bei einer Boeing 747-400 waren es beispielsweise 10.000 Liter, die anschließend aufwendig gefiltert werden mussten, bevor sie in die Kanalisation abfließen konnten. Und obwohl eine solche Nasswäsche in nur acht Stunden vergleichsweise schnell erledigt war, musste sie auch alle drei Monate wiederholt werden. Deshalb werden inzwischen die meisten der großen Maschinen mit speziell entwickelten Reinigungsmitteln trocken gereinigt. Dies dauert zwar deutlich länger, muss aber auch nur halb so oft erledigt werden und spart neben Wasser auch viel Zeit und Geld, da andere Wartungs- und Innenreinigungsarbeiten gleichzeitig durchgeführt werden können.

Echte Handarbeit

Rund 120 Mitarbeiter sind am Flughafen Frankfurt dafür zuständig, die Flugzeuge wieder auf Hochglanz zu bringen. Sie arbeiten im Schichtbetrieb rund um die Uhr und schaffen im Schnitt acht Flugzeuge die Woche.




Dazu werden im Hangar (Flugzeughalle) zunächst alle empfindlichen Sensoren und Instrumente, wie Geschwindigkeits-, Temperatur- und Höhenmesser, sorgfältig abgeklebt. Auch die Reifen werden eingewickelt, um die Bremsen vor Chemikalien zu schützen. Dann wird die Außenhülle des Flugzeugs mit neuartigen Reinigungsmitteln per Hand ein- und später mit wiederverwendbaren Mopps wieder abgerieben, um Schmutz zu entfernen und die Oberfläche zu glätten und zu versiegeln.




Bei so viel Arbeit liegt der Gedanke nah, sie durch speziell entwickelte Hightechmaschinen zu erleichtern und zu beschleunigen – bisher schlugen alle diesbezüglichen Versuche fehl, da selbst modernste Roboter einfach zu grob und ungenau waren. Flugzeugreiniger müssen mit ausgesprochen viel Präzision, Feingefühl und Konzentration vorgehen. Denn wenn die sensiblen Teile eines Flugzeugs beschädigt werden, wird es richtig teuer!