Pilot/-in

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Ein Arbeitstag über den Wolken

Der Beruf des Piloten ist aufregend und spannend. In welchem Büro hat man schon die Möglichkeit, einen Sonnenaufgang über den Alpen oder das Polarlicht über Grönland zu erleben? Doch der Beruf ist auch sehr anstrengend, ein Arbeitstag beginnt schon mal um 3.00 Uhr morgens. Wie aber sieht eigentlich der Tagesablauf eines Austrian Piloten aus?

Wir haben für euch Ewald Roithner befragt. Ewald ist 40 Jahre alt und seit zehn Jahren Kapitän. Er beschreibt seinen Arbeitstag für einen Flug mit einer Fokker 100.

Bevor es losgeht

Ungefähr eine Stunde vor Abflug treffe ich mich dem Co-Piloten. Gemeinsam überprüfen wir die Flugunterlagen, die Wetterbedingungen und allfällige Informationen zum Flug. Nachdem wir alles beurteilt haben, entscheiden wir wie viel Kerosin, das ist der Kraftstoff der für die Betankung der Flugzeuge verwendet wird, für diesen Flug benötigt wird. Anschließend treffen wir die Kabinenbesatzung. Bei einem Briefing, so nennt man den Informationsaustausch untereinander, erfahren die Piloten ob es Besonderheiten bei den Passagieren gibt. Wir besprechen wie lange der Flug dauern wird, ob es turbulent werden könnte und es werden auch regelmäßig Verfahren durchgesprochen die für Notfälle von Bedeutung sind.

An Bord

Ca. 40 Minuten vor dem Start betreten wir das Cockpit. Unser Hauptaugenmerk gilt jetzt den vielen Systemen im Flugzeug. Der Co-Pilot kontrolliert anhand einer Checkliste die Computer im Cockpit und ich gehe um das Flugzeug herum und überprüfe den technischen Zustand. Dazu gehört zum Beispiel der Reifendruck unserer Fahrwerksräder, die Tragflächen, die Landeklappen und auch das Triebwerk. Wenn alles in Ordnung ist und der Co-Pilot und die Flugbegleiter ihren Vorbereitungen fertig sind, dürfen die Passagiere einsteigen.

Sobald alle an Bord sind, schließt der/die Flugbegleiter/in die Flugzeugtüre und der Co-Pilot fragt den Tower (Kontrollturm am Flugplatz) ob wir die Triebwerke starten dürfen. Sobald wir diese Freigabe erhalten haben, geht’s los. Mit laufenden Motoren rollen wir zur Startpiste. Welche das ist, hängt vom Wind ab. Flugzeuge starten meistens gegen den Wind. Erst wenn alle Personen an Bord angeschnallt sitzen und die Flugbegleiter festgestellt haben, dass alles sicher verstaut ist, dürfen wir starten.

Take-Off

Beide Piloten müssen in der Lage sein das Flugzeug zu fliegen. Normalerweise wird abgewechselt; einmal startet und landet der Kapitän und beim nächsten Flug übernimmt das der Co-Pilot. Wichtig ist, dass die beiden im Cockpit zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Wenn zum Beispiel der Co-Pilot fliegt, kümmert sich der Kapitän um den Funkverkehr und liest dem Co-Piloten auch die Checklisten vor, damit sicher nichts vergessen werden kann.

Sobald das Flugzeug in der Luft ist, wird das Fahrwerk eingefahren und etwas später der Autopilot eingeschalten. Der Autopilot steuert das Flugzeug entlang der Route die vorweg von den Piloten einprogrammiert wurde. Dieser kümmert sich auch um die Geschwindigkeit und Höhe und entlastet so die Cockpitcrew. Während des Fluges muss der Kraftstoffverbrauch, das Wetter und die Arbeit des Autopiloten ständig überprüft werden damit es keine Überraschungen gibt. Wenn es die Zeit erlaubt, meldet sich einer der Piloten bei den Passagieren und erzählt etwas über den Flug und das Wetter am Zielort. Es gibt manchmal Passagiere die sich vorm Fliegen fürchten, die sind dann ganz beruhigt wenn sie die Stimme des Piloten hören.

Landen

Vor der Landung wird nochmals das Wetter überprüft und der Anflug besprochen. Unsere Flugzeuge können auch bei sehr schlechtem Wetter landen. Ein Instrumentenlandesystem hilft uns dabei, den Anflug einzuleiten, selbst wenn wir die Landepiste noch gar nicht sehen. Ist die Sicht so gering, dass wir die Landebahn erst kurz vor dem Aufsetzen erblicken können, kann das Flugzeug selbständig landen. Das Wetter wäre dann aber schon derart schlecht, dass selbst die Autos auf den Straßen nur mehr sehr langsam unterwegs wären. Normalerweise landen die Piloten jedoch selbst. Zum einen müssen sie das natürlich trainieren und zum anderen macht es Spaß.